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Radsport Wer das Glück hat, in geschützter Lage keinen Zierwein,
sondern „richtigen“ Wein zu ziehen, der kommt irgendwann auf die Idee, die
süßen Früchte nicht mehr den Amseln zu überlassen. Saft, Gelee hat jeder da
schon probiert. Aber Wein? Wohnt man nicht sowieso in einer
Weingegend, muss der Rebstock besonders geschützt stehen. Also absolut nach
Süden ausgerichtet, an einer bestrahlten Wand ohne Zugluft und all zuviel
Nässe. Ob Spalier oder Pergola ist dem Stock ziemlich wurst, an den Boden
stellt er auch keine besonderen Ansprüche. Einen Steckling bekommen Sie bei
jedem Winzer, es sollte aber darauf geachtet werden, will man in etwas rauheren
Gebieten Hobby-Weinbauer werden, dass es eine robuste Rebsorte ist. Meine sind in zweiter Generation
aus einer Südtiroler Hochlage von über 800 m; Rot- oder, ich vermute
Blau-Vernatsch. Anpflanzung, Schnitt und Pflege
siehe: Der Weinstock am Haus von Werner Fader, BLV-Verlag Wein zu machen lohnt sich
eigentlich erst ab einer Menge von 20 kg Trauben. Da kann man mit etwa 20
Flaschen zu je 0,7 l rechnen. Meine zwei Stöcke erbrachten nach 5 Jahren diese
Menge. Dabei weiß ich nicht, ob ich die Triebe und Ranken beim Schnitt eher
verstümmelt und so meine Ernte gemindert habe, oder ob ich nur Glück hatte. In der Nachbarschaft gibt es
bestimmt jemand, der auch Wein am Haus hat und ihn auch nicht mehr den Amseln
und Wespen überlassen möchte. Fragen! Eigentlich keine, wenn man in
Kauf nimmt, dass die ersten zwei bis drei Versuche im Gully landen. Ansonsten
gibt das Kitzinger Weinbuch von Paul Arauner erschöpfend Auskunft. www.arauner.de Für die ersten Versuche reichen
zwei oder drei luftdicht verschließbare, große, ovale Farbeimer, natürlich
sauberst ausgewaschen, ebensoviele Gärverschlüsse, ein Oechslemeter, Gärhefe,
Antigeliermittel, Nährsalz, kohlensaurer Kalk, je nach Menge entsprechend
Weinballons, eine Haushaltswaage, ein Gummischlauch. Korken oder Gummistopfen Eimer im Farbenhandel;
Oechslemeter, Gärhefe,
Gärverschlüsse, Schlauch, Antigeliermittel und Nährsalz in guten Droguerien
oder bei www.arauner.de . Weinballons dito oder beim
Altwarenhändler; ein 10 l-Ballon dürfte da aber nicht mehr als Euro 10.- kosten,
gläserne Gärverschlüsse, Schlauch, Standzylinder bei www.phywe.de Von der Ernte (Sept./Okt) bis zum
ersten Genuss kann es Mai, Juni werden.
Maische-Gärung macht aus
roten, bzw. blauen Trauben Rotwein, Saft-Gärung Weißwein. Etwa 4 Tage bis 1 Woche vorder Lese
muss die Reinzuchthefe vermehrt werden. Die Trauben sollten so viel Sonne
wie möglich bekommen und u. U. auch die der letzten Oktobertage. Nach der Ernte waschen, d. h.
kurz duschen, und grüne o. schimmlige Beeren auszupfen. Eingetrocknete können
bleiben. Die Beeren von den Rispen streifen und mit den Händen zerquetschen.
Dabei ist darauf zu achten, dass alle platzen, unversehrte vergären nicht. Eine
Bearbeitung mit mechanischen oder gar elektrischen Geräten empfiehlt sich
nicht, da dadurch nur die Kerne beschädigt werden und Bitterstoffe austreten. Es sieht aus wie rote Grütze, ist
nur viel roter und deshalb sind OP-Handschuhe, vorher vom Talkum oder
Desinfektionsstoffen gereinigt, unverzichtbar, denn die blauen Hände würden
sonst im Bekanntenkreis tagelang für Gesprächsstoff und Witzeleien sorgen. Die Eimer nur zur Hälfte (schäumt
später) Oechsle-Grad messen und notieren.
Dazu müssen ¼ l Saft abgeseiht und zur Not etwas aufwendig noch ein bis zwei
Mal mit einem Baumwoll-Teesieb von Trübstoffen weitgehend befreit werden, um
ein möglichst genaues Ergebnis zu erzielen. Den Saft in einen
250ml-Standzylinder geben und den Oechslemeter freischwimmend eintauchen
lassen. Wer´s ganz genau machen will,
misst auch noch den Säuregehalt; Acidometer (siehe Kitzinger Weinbuch). Bei Zuckermangel, also unter 750
Oechsle sollte nachgezuckert werden, so dass er auf 80 bis 900
Oechsle kommt. Weitere Beigaben. Je 10 l Maische 1 EL kohlensaurer
Kalk Hefenährsalz nach Beipackzettel. Deckel auf die Eimer, und die bis
zum Eichstrich mit Wasser gefüllten Gärverschlüsse aufsetzen. Die Maische soll nun bei einer
Temperatur von 20 bis 250 lagern und dürfte nach max. 2 Wochen den
Zucker in Alkohol umgewandelt haben. Der unter Freisetzung von CO2
aufgeschäumte Kuchen sollte alle ein bis zwei Tage untergemischt werden. Die
Gärung verläuft geräuschvoll, die Deckel der Verschlüsse klappern, und ein
typischer, angenehmer Weinkellereigeruch macht sich breit. Vorsicht bei größeren Mengen: CO2
ist giftig, geruchlos und unsichtbar. Da es schwerer als Luft ist, lagert es
sich am Boden ab (Haustiere im Keller). Daher für genügend Frischluft sorgen.
Doch keine Panik. Zwar produzieren 25 l Maische und der anschließend in einen
Ballon zur weiteren Gärung abgefüllte Wein je nach Oechsle bis zu 1,6 m3
CO2 , doch dies nur über den gesamten Zeitraum. Eine normale
Haus-Luft-Zirkulation und die Schlitze unter den Türen reichen vollkommen. Abschließende Kontrolle mit dem
Oechslemeter, wieder nur abgeseihter, gefilterter Saft/Most: 00
Oechsle = null Zucker mehr. Die Maische wird nun mit einer
herkömmlichen Korbpresse und dem dazu gehörigen Nylonpresssack abgepresst und
der noch trübe Wein in Ballons abgefüllt. Jetzt heißt es warten. Der Wein
sollte zur Nachgärung in Raumtemperatur zwischen 180 und 220
lagern. Dies dient vornehmlich der Klärung. Hierbei setzen sich ganz langsam
die Trübstoffe am Boden das Ballons/der Flasche ab. Beim Plastik-Gäraufsatz ist
unbedingt darauf zu achten, dass er nicht trocken fällt (Gefahr des
Schimmelns), also von Zeit zu nachsehen und nachgießen. Die Zinnen des
Einsatzes müssen immer ganz im Wasser sein. Nach etwa zwei Monaten, kann der
Wein mittels des Schlauches zum ersten Mal abgezogen werden. Dazu benötigt man
einen zweiten Ballon, oder mehrere kleinere. Der volle wird höher gestellt und
nach ansaugen fließt der Wein alleine durch den Niveauunterschied in den
tieferen. Vorsicht: Den Bodensatz nicht aufwühlen oder gar mit ansaugen. Die ganze Prozedur beinhaltet
natürlich auch eine Sicht- und Geschmacksprobe. Den Ballon mit dem ebenfalls
geklärten Rest aus der kleineren Flasche wieder bis zum Halsansatz auffüllen,
mit Gäraufsatz versehen und lagern. Ist kein zweiter gleich großer Ballon zur
Hand, muss der alte sorgfältig ausgewaschen und wieder befüllt werden. Nach einer 2. und nötigenfalls 3.
Klärung dürfte er im April genießbar sein, bzw. auf Flaschen gezogen werden
können. Dies ist nur eine sehr grobe Zusammenfassung
und garantiert keinen Erfolg. Wie gesagt, meine ersten Versuche landeten leider
im Gully. Nachlesen im Kitzinger Weinbuch
von Paul Arauner ist dringend angeraten. Viel Spaß und vor allem viel Erfolg, Nachtrag 2006 Mittlerweile tragen meine beiden Stöcke mehr und ich komme auf 40 kg Trauben, ergibt 30 bis 35 Liter Maische. Die Farbkübel reichten nicht mehr aus und so besorgte ich beim Baywa Baumarkt 60-l-Fässer mit Ablaufhahn aus Plastik mit dazugehörigem Deckel, der eine Öffnung für die auch dort zu bekommenden Gärverschlüsse hat. Dort gibt es auch Weinballons mit der für die Gummistopfen der Gärverschlüsse passenden Halsweite in 5-l-Abstufungen. Nachtrag 2007 Habe wieder dazu gelernt. Bin von Maischegärung auf Saftgärung übergegangen. Der Rotwein hat jetzt leider nicht mehr seine schöne nahezu schwarz-rote Farbe, dafür aber auch nicht mehr so rass (bayrisch für sehr sehr trocken und herb), da die Gerbstoffe und Tanine aus den Beerenschalen und Kernen nicht mehr in die Flüssigkeit übergehen. Er ist jetzt ein schmackhafter Rosé. Um ihm wieder mehr Farbe zu geben, werde ich nächstes Jahr einen kleinen Teil der Maische im Saft belassen und werde, um ein ausgewogenes Farbe-Geschmacks-Verhälnis zu erzielen, den Maische, respektive Beerenanteil im Saft in Zukunft noch variieren müssen. Zur bessern Pressung und Erhöhung der Ausbeute habe ich mir aus Italien eine 20l - Presse besorgt (ab 150.- Euro) mit Ratschenspindel. Gleiches Modell bei Arauner siehe hier.
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1. Voraussetzungen
2. Maischegärung
Dazu gibt man den Inhalt in eine halbe
Flasche naturreinen roten Traubensaft, schüttelt kurz und lässt sie mit einem
Tempotaschentuch (nicht parfumiert!!) verschlossen bei Zimmertemperatur gären.
Wenn sich die Hefe nach 3 bis 5 Tagen so vermehrt hat, dass sie zu schäumen
beginnt und nahezu die Flasche füllt, ist sie gebrauchsfertig.
In den Deckel der ovalen
Farbeimer mittig ein Loch bohren, dass der Gärverschluss mit seinem konischen
Röhrchen genau passt.
mit Maische befüllen und die angesetzte Hefe anteilig auf die Maische
verteilen. Kurz umrühren.3. Abpressen
Es ist darauf zu achten, dass der
Ballon gut voll ist, d.h. bis zum Beginn des Halses. Der Ballon wird ebenfalls
mit einem Gäraufsatz, diesmal in einem Korken oder Gummistopfen, mit
entsprechendem Loch, verschlossen. Restwein ebenfalls, zur Not in kleinerem
Behälter oder einer Flasche, mit Gäraufsatz lagern.4. Klärung und Nachreife
Beim Glasaufsatz von Phywe, der so
befüllt wird, dass beide sich nebeneinander befindlichen Kugeln halb voll sind,
ist dies kaum nötig.5. Nachwort
R.S.