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Radsport
Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3 bis 7
Abb. 8
Abb. 9
Abb. 10
Abb. 11
Abb. 11
Abb. 13
Abb. 14 und 15
Abb. 16
Abb. 17
Abb. 18 und 19
1.) 13 astfreie Kiefernlatten, 420cm x 1,5cm x 2cm, Fichte geht zur Not auch, aber unbedingt auf Astfreiheit achten. Weidenstangen: im Frühjahr, je nach allgemeiner Wetterlage, in Flußauen selbst schneiden. Die geschnittenen Weidenstangen werden geschält und ein bis zwei Tage gewässert. Die zu verbindenden Enden von Kiel-, Bug- und Hecksteven werden mit einer kl. Säge so abgeschrägt , dass eine 10 - 12cm lange Verbindungsfläche entsteht. Die Schrägen sollten möglichst plan sein, um eine haltbarere Verbindung zu erreichen. Überstehende Kanten abrunden. Mit je 2 Nägeln und etwas Holzleim müssen nun die Bug- und Hecksteven sauber in der Flucht am Kiel fixiert und die Verbindung mit Schnur umwickelt werden
(Abb. 9).
Das Kanu sollte dabei eine Gesamtlänge incl. Bug- und Hecksteven von 360 - 380cm nicht überschreiten. Mit einem Stift die Orte der Querspannten (A bis E und E bis A) gemäß Plan innen auf dem Kiel anzeichnen und nur mit Schnurverbindung
(Abb. 10) stramm befestigen. Die Spannten wurden ja paarweise gebogen; die breiten (E) werden in der Mitte und dann die nächst schmäleren (D) auf der nächsten Position in Richtung Bug, bzw. Heck angebracht u.s.w., versteht sich ja von selbst und ist auch aus den Plänen ersichtlich.
Hinweis:
Von der Schnur jeweils nur etwas mehr als die benötigte Menge abschneiden und sie auf ein kleines Stück Rundholz wickeln. So läßt sie sich fester stramm ziehen. Nach jedem Wickelgang straffen! Das geht anfangs ganz schön auf die Finger, ist aber notwendig. Die auf dem Kiel so befestigten Teile müssen von selbst halten, dürfen sich nicht bewegen lassen oder gar drehen!! An den beiden mittleren Querspannten (E) auf beiden Seiten den Ort der obersten Längsspante markieren, etwa 4o bis 45 cm vertikale Höhe über dem Kiel. Dies ist zugleich die Höhe der Bordwand in der Mitte des Bootes. Außen an der Spannte nun die Entfernung Kiel - Markierung messen und durch sechs teilen, die Abstände ebenfalls markieren. Dort werden dann später die weiteren Latten befestigt. Überstehende Enden an allen Querspanten und an Bug und Heck bis auf 2 cm Überstand kappen und rund schleifen. Das Gerippe und die Schnurverbindungen mit Leinölfirnis einlassen und wenn es vollkommen getrocknet ist (kann bis zu 14 Tage dauern), mit Klarlack lackieren.
In der Regel reichen 4 Stoffteile. Da der Stoff meist 1m breit ist, darf das Boot 3,80 m Länge nicht überschreiten, da die Bahnen ja überlappend angebracht werden, sonst muss mit 5 Bahnen kalkuliert werden, erhöhter Segeltuchbedarf. Die Bespannung wird nun mit Chlor-Kautschuk-Unterwasserfarbe eingestrichen, eventuell ein zweites Mal, Verzierungen ad libidum.
Eine Beschichtung mit Kunstharz, auch nur teilweise oder gar eine Glasfaserverstärkung, ist der Mühe nicht wert. Sie springt irgendwann ab, Wasser dringt zwischen sie und den Stoff und sieht zudem kotzhässlich aus. Das Kanu wird schwerer und die Flexibilität wird stark eingeschränkt. Habe damit nur schlechte Erfahrungen gemacht. Das Boot ist für 2 Erwachsene mit Gepäck für 2 bis 3 Wochen durchaus reisetauglich, krasses Wildwasser natürlich ausgenommen. Ab Bozen bis Rovereto, Verladung auf angeheuertem italienischen Laster nach Torbole, den Gardasee hinunter, von Peschiera auf dem Mincio über Mantua*** zum Po und bis nach Ferrara. Güterwagenverladung nach hause.(Fotos 1) Viel Spaß!! Und jeder kann sicher sein, dass er etwas besonderes besitzt, einen Eye-Catcher, der an jedem Gewässer für Menschenaufläufe sorgt.1. Material
Ramin ist auch erhältlich, aber es wird es nicht in den erforderlichen Maßen geben. Mir ist es noch nicht untergekommen.
2.) 12 astfreie Weidenstangen, Durchmesser im Schnitt (=Mitte der Länge) 1,5cm und 2m lang.
Sie sollten möglichst gleichmäßig im Durchmesser sein und nicht zu konisch. Zwei davon, die für Bug und Heck, können etwas stärker ausfallen, im Schnitt 2-3cm im Schnittdurchmesser.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass beim Biegen bis zu 50% zu Bruch gehen, also insgesamt 18 - 20 Stangen schneiden.
3.) 8 - 10m Segeltuch, 1m breit, schwere Ausführung (nicht zu verwechseln mit Segelstoff für Segelschiffe = sauteure Kunstfaser), sondern wie es für LKW-Planen, Pferdedecken o.ä. benutzt wird.
1 Schachtel Polsternägel
4 Nägel je 3cm
Leinölfirnis, Klarlack, "Elefanten" Textilkleber, ca. 200m geflochtene Schnur, keine Kunstfaser (1,5 - 2,0mm), 2 l Chlor-Kautschuk-Unterwasserfarbe,
2 Kanadier-Paddel
2. Bezugsquellen
Wichtig: Die Knospen müssen noch geschlossen sein, die Blätter dürfen noch nicht zu treiben begonnen haben. So ist der Saft noch in den Trieben und sie sind leichter zu biegen.
Die Stangen dürfen keine Äste oder Gabelungen haben.
Längsspanten (Kiefer/Fichte): in Schreinereien, Sägewerken, Holzhandel; Heimwerkermärkte verfügen nicht über die erforderlichen Längen bzw. Maße.
Segeltuch: in Teppichläden oder bei Raumausstattern, bei Polstereien; oder bei Valentin Mehler Fulda (nur an Wiederverkäufer).
"Elefanten" Textilkleber, Polsternägel: in Teppichläden oder bei Raumausstattern, Polstereien
Leinölfirnis, Klarlack, Chlor-Kautschuk-Unterwasserfarbe: im einschlägigen Farbenhandel
Schnur: in guten Seilereien
Nägel: hat wohl jeder selbst
Paddel: Bootsbedarf3. Das Gerippe
(Abb. 1)
3.1. Vorbereitung und Biegung der Spanten und Steven
Aus dem vorliegenden Plan werden die Maße und Biegungen der Spannten
(Abb. 3 bis 7)
und Bug- und Hecksteven
(Abb. 2) in wahrer Größe als Schablonen auf Pappe gezeichnet, um die Weidenstangen in die entsprechende Form zu biegen. Die Spanten sollten an beiden Enden länger sein als das gezeichnete Biegeschema, Überstand wird erst ganz zum Schluß abgeschnitten.
Über die Knie gebogen müssen sie in die erforderliche Form gebracht werden, wobei von Anfang an darauf zu achten ist, daß besonders bei den für die Rumpfmitte benötigten Spanten der Boden flach und breit bleibt und nicht rund wird, sonst kippt das Kanu zu leicht.
Die Spanten können mit Schnüren in ihrer Biegung
(Abb. 8)
nach vorliegendem Schema fixiert werden, oder man fertigt sich auf Spanplatten mit Nägeln 1:1-Schablonen an. Ein Verdrillen der gebogenen Weidenruten ist bedeutungslos.
Die in Form gebrachten Ruten sollten min. eine Woche, eher vierzehn Tage, eingespannt trocknen und auch beim Bau des Gerippes sollten die zur Fixierung der Biegung gespannten Schnüre noch nicht entfernt werden. Die Ruten sind ja länger geschnitten worden als nötig; die Überstände werden erst wenn das Gerippe fertig ist gekappt.
Ebenso wird mit dem Bug- und Hecksteven verfahren.
3.2. Kiellegung, Bug und Hecksteven
Hinweis:
Zum Bau sind 2 Maler- bzw. Schreinerböcke dienlich. Besser noch ist es, wenn man das Kanu im weiteren hängend fertigt, d.h. unter irgendwelchen Terrassenbalken, in der Garage oder so.
Die sicher verknoteten Enden auf 2cm kürzen, mit Leim einschmieren und mit einem stumpfen Schraubenzieher unter die Wicklung schieben!
Auf Optik achten! Die Bünde sind die Visitenkarte des Bootes!
3.4. Die Längsspanten
Man beginnt mit den beiden (1re und1li) neben dem Kiel liegenden.
Sie werden so gekürzt und an den Enden abgeschrägt, dass sie im Bogen zu Bug und Heck reichen, etwa bis auf Höhe der Verbindungen zur Kiel-Bug-, bzwKiel-Hecksteven. Je eine eingeschnitzte oder gefeilte Kerbe erleichtert später die Befestigungsarbeit.
Diese beiden ersten Längsspanten (1re und 1li) werden als erstes, mittels einer tollen, strammen Schnurverbindung (Abb. 10) mit der flacheren Seite an den Markierungen, die dem Kiel am nächsten sind, parallel zum Kiel an den beiden Querspannten (E) befestigt. Wenn man sie nun flach (nicht nach oben biegen, sonst bekommt das Kanu ein Hohlkreuz!!!
(Abb. 11) zum Kiel bzw. Bug/Hecksteven hinbiegt, dass die angeschrägten Enden sich sauber anschmiegen, ist darauf zu achten, dass das Boot, respektive der Kiel in der Flucht, d.h. gerade bleibt. Die Enden der Spanten (1re und 1li) werden gleichzeitig mit einer Schnurverbindung an Bug und Heck angezurrt
(Abb. 12).
Diese beiden ersten Längsspanten (1re und 1li) müssen jetzt mit den restlichen Quersspanten (D, C, B und A, jeweils rechts und links) ver"bunden" werden (Abb. 12). Wieder auf Festigkeit und Optik achten!
Das nächste Längsspantenpaar (2re und 2li) wird nun wiederum wie das erste (1re und 1li) auf die richtige Länge gekürzt, abgeschrägt, so dass es sauber an Bug und Heck passt, mit Kerben versehen, und an den Querspanten (E) angebracht. Wiederum an Bug und Heck noch nicht nach oben biegen (Hohlkreuz) und vorne und hinten
(Abb. 18 und 19) befestigen (Festigkeit, Optik). Mit den anderen Querspannten verbinden.
Auf diese Weise mit allen anderen Längsspanten (3,4,5 und 6 re und li) verfahren und die letzten beiden (5 und 6) nach Befestigung an den Querspanten E an Bug und Heck nun je nach Geschmack leicht nach oben ziehen, damit das Kanu seine charakteristisch Form bekommt. Ist man mit den letzten Längsspanten fertig, aus übrigen Weidenruten an Bug und Heck ab den Querspanten B die Bordwand etwas höher ziehen, um ein schönes "Horn" zu erreichen
(Abb. 13).
Das Gerippe ist nun fertig.
3.5. Finish
Die Verbindungen der Längsspanten an Bug und Heck auf kantige Ecken und Überstände überprüfen und diese glätten, damit die Soffbespannung später dort nicht ausbeult.
Reste von Längsspanten am Boden in der Mitte des Bootes an der Unterseite) zwischen den vorhandenen Spanten befestigen, um eine sicherere Trittfläche beim Einsteigen zu bekommen.
3.6. Konservierung
3.7. Bespannung
Man beginnt in der Mitte des Bootes, misst dort den Außenumfang und gibt 20cm dazu. Das umgedrehte Kanu wird am Kiel beginnend bespannt.
Hinweis:
Die Mitte des Rumpfes ist die Nahtstelle der zwei mittleren Bahnen, nicht die Mitte einer Bahn!!
Die Mitte des zugeschnittenen Segeltuchs auf den Kiel legen und stramm (ohne Falten und Beulen) nach unten in Richtung Bordwand-Rand ziehen. Straffe und faltenfreie Teile mit Polsternägeln im Abstand der Querspanten auf jeder Längsspante fixieren. Ist man an der Bordwand-Kante, das Kanu umdrehen und dort, wo die Querspanten 2cm überstehen, einen Schlitz knapp in Stärke der jeweiligen Querspante in den Stoff schneiden
(Abb. 14). Den Stoff um die oberste Längsspante (6re und 6li) schlagen und so zuschneiden, dass er, noch einmal umgeschlagen, von unten an der oberste Längsspante mit Polsternägeln knapp rechts und links neben jeder Querspante befestigt werden kann
(Abb. 15). Von oben ebenfalls knapp rechts und links neben jeder Querspante 2 Polsternägel einschlagen.
Die Bahnen müssen wirklich faltenfrei liegen.
Die nächste mittlere Bahn nun wie die erste zuschneiden und so aufziehen, dass sie die erste am Rand überall mindestens um 5cm überlappt. Hierbei ist auf die zukünftige Fahrtrichtung des Kanus zu achten, d.h. die dem Bug nähere Bahn überlappt die jeweils heck-wärtige! Ist auch sie wie oben beschrieben faltenfrei auf dem Rumpf (für das Umklappen und Einschlagen unter die oberste Längsspante nur vorbereiten), die Überlappung zurückschlagen und satt bis dort hin mit Textilkleber einstreichen, wo unter die oberste Längsspante geklappt wird. Wieder mit Polsternägeln wie bereits beschrieben oben und innen fixieren.
Hinweis:
Vorquellenden Kleber entfernen und auch darauf achten, dass auch innen im Boot die Klebung ordentlich ist und keine Tüten aufweist.
Bug und Heck
Stoff mit Überstand zuschneiden und wieder am Kiel beginnend wie bekannt aufziehen. Jetzt wirdŽs kritisch! An Bug und Heck bilden sich kielseitig Tüten; zuviel Stoff!
Nach der seitlichen Fixierung (wieder die vorige Anschlussbahn um min. 5cm überlappend) von der Bootsspitze her den Stoff in der Mitte bis knapp vor den Beginn der Tüte (Beginn der Bug/Heckbiegung) einschneiden
(Abb. 16) und eine Seite um den Bug- bzw. Hecksteven legen. An der Bugrundung entlang mit 15cm Zugabe erste Seite zuschneiden und sie wiederum stramm und falten- und tütenfrei innen im Boot am Steven mit 5 bis 6 Polsternägeln befestigen. Die andere Seite nun so knapp (2 - 5cm) der Biegung von Bug und Heck entsprechend zuschneiden, dass sie, 2 bis 5cm eingeschlagen, mit der Umschlagkante genau vorne unten am Kiel beginnend bis zur Bug/Heckspitze zu liegen kommt
(Abb. 17).
Die eingeschlagene Überlappung nun mit Kleber, auch innen im Einschlag, satt einstreichen und unten am Kiel beginnend mit einer dichten Polsternagelreihe bis oben Nagel an Nagel befestigen. Die Nagelreihe ist dann bei Ausfahrten gleichzeitig ein Schutz für Bug und Heck. Um den Bootsrand schlagen wie bekannt. An den Kreuzungspunkten von Längs- und Querspanten die Polsternägel nicht vergessen
Zur Erhaltung (oder sollte der Rumpf wider Erwarten evtl. durch zu frühes Entfernen der Biegespannschnüre auseinandergegangen sein, dann zur Wiedererlangung) einer schmälern, schnittigeren Form können oben an den letzten Querspanten vor Bug und Heck, dort wo sie 2cm über den Rand stehen, je 2 Querstreben angebracht werden. Sie dienen auch bei perfekter Form der Stabilität. Doch darauf achten, dass das Kanu dabei am Boden, der ja flach bleiben soll, nicht rund wird! Kippgefahr!
3.8. Anstrich
4. Nachtrag
Schon gefahren:
Dabei an Gepäck:
Ersatzpaddel
2 Rucksäcke, diese wasserdicht verpackt wie alles an Bord
2 Schlafssäcke
Proviant
Papiere, Geld usw.
Zelt
Flickmaterial (!)
alte Gitarre
Kochutensilien
Ebenso
Inn von Telfs bis Rosenheim
Regen im Bayr. Wald
Ammer Peißenberg bis Fürstenfeldbruck
Drau in Österreich
Gail dito (Fotos 2)
Isar ab Lenggries
Den Plan habe ich nach 5 Bauten in meiner Jugend aus dem Gedächtnis aufgeschrieben. Bei Nachforschungen bei Freunden war keine Beschreibung mehr aufzutreiben und es bestehen nach meinem Wissen keine Rechte Dritter daran. Er ist sozusagen Volksgut. Weitergabe und Vervielfältigung von mir aus gerne,
Dankschreiben, Verbesserungen, Link-Korrekturen oder Einsprüche wider Erwarten an eMail.