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1. Der Süden
Er spricht für sich selbst. Da das Wetter nahezu immer schön ist, entfällt der größte Teil der Regenbekleidung, daher minimales Gepäck. Aus diesem Grund erübrigt sich auch das bei vielen so beliebte Begleitfahrzeug. Die Südländer sind absolut radfahrerfreundlich, man ist in Unterkünften und Hotels, wie sicher auch in Mitteleuropa, stets willkommen. Tipps zu Ländern wie Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, aber auch England per email .
2. Gepäck
Stets reichten eine Lenkertasche und die kleine Ausführung des Heckträgers von toppeak. Selbst leichteste Rennmaschinen sind nach kürzester Gewöhnung, ½ Stunde, easy zu steuern und zu bewegen, Satteltaschen oder gar front-lowriders benötigen schwere Bikes. Es gibt Radreisende, die sind stolz darauf, mehr als einen halben Zentner, zu transportieren. Mit der light-Version erledigten wir Etappen von bis zu 220 km/Tag.
2.1. Inhalt
Trick der ganzen Sache ist, wenn man zu mehreren ist, sich Gepäck zu teilen, z.B. eine Zahnpasta für alle, dito Werkzeug, Karten ...
)* einer für mehrere aufgeteilt
2.1.1.Kleidung tagsüber
2 Sätze Trikot und Radhose, Radschuhe, 2 Paar Radlsocken (gegen Schweißfüße und erbärmlich stinkende Schuhe), 1 Windbreaker, Weste oder langarm, 1 Paar Ärmlinge, Handschuhe, Helm, Sonnenbrille, Baseball-Cap, Handgelenk-Schweißband aus Frottee
2.1.2. Kleidung abends
1 Paar leichte Slipper, Turnschuhe sind zu voluminös; 2-3 Unterhosen, 1 dünnes Kurzarmhemd bügelfrei, 1 kurze o. lange, leichte Hose, 1 Sweatshirt, 1 T-Shirt
2.2. Sonstiges
Fotoapparat)*, Filme)*, Vokabelheft als Tagebuch)*, der Hactronic speichert nur 60 Stunden, Schreibzeug)*, Papiere, Kreditkarte, EC-Schecks, Bares, Portemonnaie, Karte/n)* vor Ort kaufen, außer der ersten (bestens geeignet die von Michelin, Feytag & Berndt, Kümmerly & Frey), Schampoo)* ist aber auch oft im Hotel, Reserve mitnehmen, Rei in der Tube)*, zur Kurzwäsche der am Tage benutzen Radkleidung (trocknet im Süden über Nacht an den trickreich durchs Zimmer gespannten Gepäckgummis), Werkzeug)*, aber nur das beste, kompette, Zahnpasta)*, Zahnbürste, Sonnenschutz!!! )*, 2 Schläuche, 1 Pumpe)*, 2 gr. Flaschen, 2 Pressluftkartuschen mit Adapter, 1 Adapter)* zum Aufpumpen an Tankstellen, 2-3 Gepäckgummis, leichte Ausführung, 1 kl. Maglight)* für den ersten im Tunnel, 1 rote Heckleuchte)* für den letzten im Tunnel, Magnesium, „Elotrans“ (Apotheke) ist kein Dope
optional Handys, Trillerpfeife, weitere Kleidung und Gepäck-Regenhüllen, je nach Land, Wetterprognose oder Pessimismus
Grundsätzlich kamen wir immer mit ca. 5-6kg je Rad aus incl. der „hardware“ wie Fotoapparat usw.
3. Rad und Verpackung
3.1. Verpackung
Papp-Rad-Karton bei Händler besorgen und Maschine teilweise demontiert incl. Gepäck als Dämmung scheuersicher einpacken; Pedale innen an die Kurbeln schrauben, Schuhe mittels Klettverschlüssen ums Oberrohr; demontierte Teile, wie z.B. Lenker, Heckgepäckträgerschiene... innen mit Paketband am Karton befestigen oder mit zurechtgeschnittener Pappe, gegen Schütteln sichern. Gut mit Paketband zukleben, auch den geklammerten Boden.
Auf 20kg-Grenze achten, dann lässt sich beim Einchecken, die Dame eventuell überzeugen, dass das ein Koffer ist „Geht sie doch nichts an, was ich für einen Koffer habe!“, so entfällt die extra Radtransportgebühr. Dies ist oft Verhandlungssache und unterscheidet gute von weniger guten Reisebüros, bzw. Airlines. Trotzdem beim Buchen angeben, dass man ein Rad dabei hat.
3.2. Ankunft
Rad montieren, Kiste entsorgen, losfahren. Unser Rekord in Nizza: ½ Stunde. Bei Rundreise, beispielsweise Spanien 1998, deponierten wir die Kisten 3 Wochen in der Hotelgarage in Lissabon; Paketband für Heimreise, vorher einplanen!
3.3. Reisekleidung
Meist verschwitzt und ungemütlich, bei One-Way-Touren entweder nach entsprechender Vorauswahl zuhause mit der Kiste entsorgen (hat sich in unserer Clique eingebürgert) oder heim schicken; bei der Post daheim Faltkarton kaufen und mit in den Radkarton packen. Kleidung bei Rundreisen mit der Kiste deponieren. So hat man abends zumindest am ersten Abend frische Klamotten.
4. Begleitfahrzeug
(Das nicht vorhandene). Es verführt dazu, mehr Gepäck als nötig mitzunehmen. Wem ist es zuzumuten „echt“ zu begleiten, dh. die Truppe immer hautnah zu escortieren? Bei Wechsel unter den Teilnehmern gibt es früher oder später Streit. Etappen werden per Auto beendet.
Fährt das Fahrzeug voraus, evtl. zum Buchen des Hotels, um irgendwo zu warten, zu baden ... ist es nicht da, wenn man es braucht. So wird Werkzeug und Kleidung teilweise wieder selbst mitgenommen. Dann nehme ich gleich alles und verzichte auf die Karre. Außerdem bedeutet sie einen nicht unerheblichen Kostenfaktor für die Truppe.
5. Hotels
Die Etappen werden in vielen, amüsanten Vorgesprächen, oder von einem grob vorgeplant. Dabei müssen Kompromisse eingegangen werden, man kann nicht alles machen. Ankunftsorte sollen so groß sein, dass Hotels oder Gasthöfe zu erwarten sind, evtl. muss man einen Ort weiter fahren. In 95% der Fälle gings gut, einmal waren der Personalraum eines Hotels, einmal die Waschräume eines Campingplatzes und zuletzt eine zugige Blockhütte eines Ferienlagers unser Quartier. Notfalls muss die Preisvorstellung nach oben korrigiert werden, dann geht auch wieder was, was die Reise u.U. nachhaltig bereichert (Hotel Belvedere**** in Grindelwald, Parador Castillo Gibralfaro***** in Malaga) und absolut sein Geld wert ist. Nebenbei: Kosten pro Tag brutto incl. Flug DM 150.- bis DM 180.- bei 2-3 Wochen.
6. Partner
Oberste Prämisse sind gleiches Leistungsvermögen und blindes Verständnis ebenso wie sich gegenseitiges Kennen. Wenn ein Partner sagt, er ist für heute platt, dann ist er es, und weitere Diskussionen erübrigen sich. Alle sollten bei solchen Touren über ein höheres Maß an Biss und Ausdauer verfügen, in der Lage sein, sich die Kräfte einzuteilen und dies auch bei der Wahl der Streckenführung, die stets flexibel und variabel ist, berücksichtigen. Bei mehr als zwei Personen fächert das Leistungsvermögen breiter, die Interessen sind unterschiedlicher, und Alliancen könne sich bilden, was im schlimmsten Falle dazu führen kann, dass die Gruppe sich teilt, wenn kein Kompromiss oder eine andere Lösung gefunden wird. Bei Zweiergruppen wird immer eine gefunden.
Entscheidend ist zudem eine sogenannte „Dauermoral“ und zwar aus mehreren Gründen: Touren über mehr als zwei Wochen können nicht immer so gelegt werden, dass die Streckenführung täglich neue Highlights liefert. Bei drei Wochen muss man schon aus besonderem Holz sein, um noch mit Spaß weiterzufahren. Wir hatten ihn stets und würden im nachhinein auch noch längere Touren fahren. Tagesetappen von rund 200 km müssen auch mal drin sein, um „Strecke zu machen“. Innerspanien ist heiß, im August bis 450 C.
... und Zoff ist nicht drin.
7. Das Rad
Man braucht kein Heavy-Tool, gleichwohl aber ein optimal eingestelltes und technisch einwandfreies.
Übersetzung: 53/39 und 13/23 oder 13/25, Drahtreifen 25 mm, der Asphalt ist im Süden rau, Kurbellänge 175 mm
8. Andorra
... verdient aus mehrerlei Gründen eine besondere Erwähnung.
8.1. Andorra selbst
Es ist absolut bereisenswert, tolle Landschaft und ein Dorado für jeden Pässefresser (höchster Pyrenäenpass: Port d´Envalira 2407 m).8.2. Finanztechnisch
Es lohnt sich unbedingt, dort einzukaufen, da steuer- und zollfrei. Wir sind buchstäblich dort schon ohne Räder und nur mit Gepäck angereist, ließen uns über Nacht Renner komplettieren und anderentags gings los. Vorsicht: Richtung Frankreich geht’s sofort von der Ladentüre über obigen Knaller. PS: Dort gibt es ALLES.Adressen:
Esports Robert, Avenida Meritxell 85, Andorra la Vella, Tel 28323
Dandy Bicyclettes,Avenida Carlemany 16, Les Escalades, Tel 21308
Man sollte dies noch vor Änderung der finanzpolitischen Szene im Sinne der EU durchaus einmal in Erwägung ziehen.
9. Sonstiges
Nicht mehr benötigte Landkarten, volle Filme, Ansichtskarten, Souvenirs, Prospekte und was man sonst noch so kauft, um sich daheim dann ein schönes Album zu machen, schickten wir alle 4 - 5 Tage in einem großen Umschlag oder Päckchen (bei jeder Post erhältlich oder in Schreibwarenläden) heim.
Etwas weitergehende Sprachkenntnisse in Portugiesisch, Spanisch und Französisch, Italienisch sind sehr hilfreich. VHS-Kurse könne ja geteilt werden.
Der wohlmeinende Rat, in Spanien im allgemeinen und in Andalusien im besonderen wegen der Hitze eine Mittags-Siesta einzulegen ist u. E. nicht nötig und auch nicht praktikabel. Während der Fahrt, Flüssigkeitsaufnahme 6 - 8 l täglich, spürten wir die 46º C kaum (Fahrtwind und Transpirationskühlung). Bei Anstiegen und Pausen war es ganz schön hart, ging aber. Wenn man die besagte Siesta einlegt, kann man eigentlich gleich aufhüren, denn die Temperaturen kühlen sich von Mittag bis 15.00 oder 17.00 Uhr nicht ab. (Sevilla 17.30 Uhr 38ºC, Granada 20.00 Uhr 34ºC). Wir haben uns rasch an diese Temperaturen gewöhnt.
In Spanien kann es passieren, dass man auf Autobahnen fahren muss. Land- oder Nationalstraßen wurden oft, ohne sie als Nebenstraßen zu erhalten, zu Autobahnen (mautfrei) umgebaut, so dass für Radfahrer wie auch für Landwirtschaftsfahrzeuge und andere keine Alternative mehr besteht (Beispiele: Antequera - Granada ca. 80 km, Granada nach Norden ca. 30 km, Granada - Guadix ca. 60 km, von Algeciras in Richtung Ronda etwa 13 km). Keine Angst, die spanischen Autofahrer tolerieren es. Wenn sie hupen, ist es Anerkennung und Anfeuerung und keine Missbilligung. Langsamere LKWs nehmen einen schon mal in den Windschatten.
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